Heilpflanzen in der Behandlung von Tieren

Heilpflanzen - die Apotheke der Natur

Immer wieder kopiert, selten erreicht und viel zu oft vergessen. Wer weiß denn schon, dass Aspirin (Acetylsalicylsäure) eigentlich nur die chemische Kopie des Mädesüß ist (Filipendula ulmaria, das damals noch Spirea hieß). Das "A" von Aspirin steht für Acetyl, und das "Spirin" für Spireasäure.

Oder Mellilotus: Ein traumhaftes Kraut (in der Pharmazie nennt man es: Droge), um die Lymphe zum Abfließen zu bringen.

Für Kräuterdrogen gibt es unendlich viele Einsatzgebiete. Richtig angewendet ist die Phytotherapie eine wunderbare und gut verträgliche Alternative zu vielen chemischen Arzneimittel.

Die Kräutertherapie wirkt nicht nur als Solist. Sie ist auch eine wunderbare Ergänzung. In China wird sie oft gleichzeitig mit der Akupunktur angewendet. Mit der Akupunktur werden Blockaden gelöst und der Selbstheilungsprozess angestoßen, aber nicht immer die Ursache beseitigt. Wenn zum Beispiel die Bronchialschleimhaut geschädigt oder die Spannkraft der Lungenbläschen eingeschränkt ist, können Kräuter das Abtransportieren von Schadstoffen aus der Lunge erleichtern, Entzündungen abbauen und Reizempfindlichkeiten minimieren.

Bei Arthrose, also ebenfalls einem chronischen Geschehen wie zum Beispiel beim Spat (Pferd) oder HD, ED (Hund) wird durch eine entsprechende Rezeptur die schlechte Versorgung der Synovialflüssigkeiten im Gelenk gebessert und der Schmerz gelindert. Natürlich werden dadurch keine Gelenke wieder reibungslos glatt. Aber die Therapie mit Heilpflanzen kann die Bewegungen eines Tieres schmerzfreier gestalten.

Noch ein Wort zu Futterzusätzen oder so genannten Wundermitteln wie zum Beispiel Ingwer:

Oftmals wird viel zu viel bereits in das tägliche Futter reingepackt, was zum einen wegen einer (bei Krankheitszustände) zu niedrigen Dosis gar nichts bringen kann. Zum anderen jedoch kann es Allergien auslösen oder in Kombination mit anderen Medikamenten bzw. Kräutern unerwünschte Wirkungen hervorrufen. Daher sind grundsätzlich vor einer Behandlung mit Phytotherapeutika (oder auch schulmedizinischen Medikamenten!) immer genaue Angaben über das Futter mit all seinen Zusätzen zu machen. Und - bitte - nicht selbstständig ein bisschen hiervon und ein bisschen davon geben.

Jedes Mittel, jede Droge, die eine Hauptwirkung hat, kann auch eine Nebenwirkung hervor rufen.

Um das Beispiel Ingwer wieder aufzugreifen: Ingwer wird gerne bei Arthrosen verwendet. Im chinesischen Sinne ist dies eine Kälte-Erkrankung und kann durch hitzetreibende Mittel (wie zum Beispiel Ingwer) Erleichterung erfahren. Insoweit ist Ingwer nicht falsch. Aber jetzt stellen wir uns dieses Mittel bei einer aufflammenden Entzündung vor, die gerade bei Spat immer wieder auftritt. Entzündung hat grundsätzlich mit Hitze zu tun. Und jetzt wird durch Ingwer noch zusätzlich Hitze im Körper erzeugt und damit die Entzündung weiter angeregt. Das ist dann sicherlich nicht mehr im Sinne des Tieres.

Und noch etwas:

Gerade in der Phytotherapie gilt, dass Wunder immer ein bisschen Zeit brauchen ... aber dafür kann man sich fast schon darauf verlassen.

[nicht nur im chinesischen Sinne: Jeder der schon mal eine Entzündung im Körper hatte, weiß das dies mit Hitze zu tun hat, innerlich wie äußerlich merkbar. Und arthrosegeplagte Gelenke werden weniger bewegt, weniger durchblutet, weniger gewärmt .. es fühlt sich auch oftmals kälter an. Und Ingwer? Schon mal probiert? Es ist ein scharfes Gewürz, das einem die Schwitzperlchen auf die Oberlippe zaubern kann. Übrigens auch ein kleines Beispiel auch dafür wie logisch und nachvollziehbar chinesische Pathologien unter anderem mit Hitze oder Kälte beschrieben werden.