Giftpflanzen in allernächster Nähe

Giftige Pflanzen direkt vor der Tür: Giftpflanzen im Garten und im Blumentopf

Blauer Eisenhut (Aconitum napellus L.)

Ebenfalls, aber etwas weniger stark, sind der Bunte und der Weiße Eisenhut giftig). zBei einer Vergiftung mit Eisenhut kommt es zunächst Brennen und Juckreiz, Parästhesien, dann ein Gefühl von "Eiswasser in den Adern" durch die sinkende Körpertemperatur. Bei höherer Dosis kommt es zu starken Schmerzen, Blutdruckabfall, Übelkeit und Erbrechen. Atmung und Herzschlag werden unregelmäßig.

Die Giftigkeit des Eisenhutes war bereits Griechen und Römern bekannt. Plinius bezeichnete ihn als "Pflanzliches Arsenik".v

Akelei (Aquilegia vulgaris L.)

Die Akelei gehört zu den Hahnenfußgefäßen - wie die "Butterblume". Allerdings ist die Akelei deutlich giftiger. Bei Verzehr von mehr als 20 Gramm frischer Blätter kommt es beim Menschen zu Vergiftungssymptomen: Krämpfe, Herzbeschwerden, Atemnot. Ähnliches passierte Kindern, die die Blüten aussaugten. Die Akelei schmeckt bitter. Pflanzenfresser werden sie also nicht in solchen Mengen aufnehmen, daß Probleme entstehen. Ein gelangweilter junger Hund, der im Garten allein ist, könnte sich daran vergiften.

Buchsbaum (Buxus sempervirens L.)

Symptome einer Vergiftung sind Erbrechen, Durchfall, heftige Krämpfe, gefolgt von Lähmungen. Tod durch Atemlähmung ist möglich. Hervorgerufen werden die Symptome durch ein Gemisch von Alkaloiden: in den jungen Blättern und der Rinde bis zu 2%

Früher wurde der Buchsbaum in der Heilkunde verwendet.

Herbstzeitlose (Colchicum autumnale)

Die krokusähnliche Blüte sieht man zu einer Zeit, in der nicht viele andere Blüten zu sehen sind: sie blüht bis in der Oktober hinein. Giftig wirkt das Alkaloid Colchicin. Es hemmt die Zellteilung und bewirkt - in entsprechender Dosierung - eine höhere Raten an Mutationen. Deshalb wurde Colchicin in der Erforschung der Erbsubstanz (DNS) eingesetzt. Sie wurde zur Giftpflanze deds Jahres 2010 gewählt und ist in Deutschland weit verbreitet.

Alle Teile der Herbstzeitlose sind giftig. Besonders konzentriert sind die Alkaloide in den zwiebelähnlichen Samen. Für eine tödliche Vergiftung genügen bei Kindern rund 1,5 Gramm der Samen. Tödlich für Pferde wirken 1-3 kg. Kleine, nichttödliche Dosen über einen längeren Zeitraum führen zu einem langsamen Verlauf der Vergiftung

Die Symptome beginnen mit Brennen oder Jucken im Mund und Schluckbeschwerden. Übelkeit und Erbrechen sowie heftige, schnell einsetzende Koliken mit wässrigem oder sogar blutigem Durchfalls sind typisch. Der Kreislauf wird beeinträchtigt. Tod kann nach Krämpfen aufgrund einer Atemlähmung eintreten. Aufgrund der Vergiftung kann es auch zu einer Nierenentzündung kommen mit blutigem Urin und Proteinverlust aufgrund der Nierenschädigung.

Blauer Rittersporn (Syn. Hoher Rittersporn Delphinum elatum L.)

Rittersporn enthält Alkaloide, die muskelerschlaffend wirken und zu schlafffen Lähmungen führen können, ähnlich dem Curare. Andere wirken eher wie der Eisenhut (Aconitum). Die Gitftigkeit des Rittersporn ist geringer als die des Eisenhutes. Bei Rindern in Westen Amerikas kam es zu Krämpfen, Lähmungen und sogar zum Tod durch Kreislaufkollaps und Atemlähmung.

Der Fingerhut (Digitalis) 

wird aufgrund seiner herzwirksamen Glykoside regelmässig in der Schulmedizin angewendet. Fingerhut ist allerdings sehr giftig. 2-3 Gramm getrocknete Blätter gelten als tödlich für Menschen. Diese schöne Staude verursacht Übelkeit und Erbrechen, wenn ein junger Hund sie ausgräbt und Teile von ihr frisst. Wenn mehr Fingerhut gefressen werden sollte, kommt es zu Herzrhythmusstörungen, die zum Tod führen können.

Efeu (Hedera helix)

Kleine Mengen wie einzelne Efeubeeren führen zu Reizungen des Magen-Darm-Traktes, also Übelkeit, Erbrechen und Durchfall. Auch Hautausschlag wird verursacht. Größere Mengen führen zu Krämpfen und Brechdurchfällen. Efeu kann tödlich wirken. Das gleiche gilt für Zimmerefeu. Efeu kann also auch für Katzen gefährlich werden.

- Hahnenfußgewächse: siehe Ranunculaceae

- Schwarze Nieswurz (Christrose) und Grüne Nieswurz (Helleborus) - beide wurden schon in der Antike als Arzneipflanzen verwendet.

Giftig wirken sie durch ihre herzwirksamen Glykoside. Bei der Christrose kommt auch noch ein Saponin dazu, das Helleborin, der Reizungen im Magendarmtrakt verursacht. Es kommt zu starkem Speicheln und Brennen im Mund. Weiterhin führt es zu einer Gastroenteritis. Die Symptome sind Erbrechen, Durchfall und Kolik. Größere Mengen führen zu Schwindelerscheinungen und Kreislaufschwäche durch die Beeinträchtigung des Herzens.

Bei der Grünen Nieswurz sind die Vergiftungserscheinungen im Magen-Darm-Trakt ähnlich. Es kann zunächst zu Aufregung und Unruhe kommen, gefolgt von Lähmungen. Auch das Atemzentrum kann gelähmt werden. Kinder können die Samen essen.

Färberginster (Genista tinctoria L.)

Die Alkaloide beeinflussen das Zentrale Nervensystem, also gehirn und Rückenmark. Ginster wirkt zunächst erregend, in höheren Dosen dann lähmend. So kommt es zu zentral ausgelöstem Erbrechen und Abfall des Blutdrucks (nach dem anfänglichem Druckanstieg). Außerdem wird das Atemzentrum beeinflußt. Nachdem Kinder die Samenhülsen gegessen hatten, kam es bei ihnen zu Krämpfen und Lähmungen. Der niedrige Blutdruck kann zum Kollaps führen.

Goldregen (Laburnum anagyroides Med.)

Chinolizidinderivate kommen in allen Teilen der Pflanze vor. Bei oraler Aufnahme führen sie zu Übelkeit und Erbrechen. Schmerzen in Mund und Magen werden verursacht. Anhaltendes, auch blutiges Erbrechen sind möglich. Wenn die aufgenommene Menge zu groß ist, wird das Erbrechen durch die Giftwirkung unterdrückt. Dann können eine heftige Unruhe und Krämpfe einsetzen, die auch zur Lähmung des Atemzentrum führen kann.

Wegen der großen Gefahr für Kinder sollte Goldregen auf keinem Kinderspielplatz stehen. Die Gefahr für junge Hunde im Garten dürfte nicht wesentlich geringer sein. Alle Teile der Pflanze sind giftig.

Wandelröschen (Lanata camara L.)

Das Wandelröschen ist seit einigen Jahren auf den Balkonen und Terassen modern geworden. Es wirkt leberschädigend und behindert den Galleabfluß. Symptome einer akuten Vergiftung sind Icterus und Photodermatitis - also Gelbsucht und eine durch Licht verusachte Hautentzündung. Vergiftungen beim Weidevieh kamen in der tropischen Heimat der Pflanze vor. Es gibt Hunde, die gerade das Wandelröschen gerne ausreißen. Auf Dauer kann das vermutlich zu Leberschäden führen.

Geißblatt (Lonicera caprifolium L.)

Alle Teile des Geißblattes sind leicht giftig. Beonders Kinder sind durch die leuchtend roten Beeren gefährdet. Das Geißblatt verursacht eine Reizung des Magendarmtraktes mit Erbrechen und Durchfall. Außerdem kam es zu einer Erhöhung der Herzfrequenz.und Apathie.

Oleander (Nerium oleander L.)

enthält herzwirksame Glycoside. Ihre Zusammensetzung ähnelt der des Adonisröschen. Oleander verursacht zunächt  Taubheit im Mund. Danach kommt es zu Übelkeit, Erbrechen, Kopfschmerzen und Durchfall. Der Brechdurchfall kann stundenlang anhalten. Das Gift des Oleanders beeinfluss das Herz. Durch diese Wirkung des Oleanders kommt es zu Herzrhythmusstörungen und sehr langsamen Pulsschlag. Im Auge werden die Pupillen weitgestellt. Atemnot begleitet die Vergiftung häufig. Durch Herzstillstand kann der Tod eintreten.

Bei Oleander ist auch ein anderer Verlauf möglich, nämlich abwechselnd eine tiefe Betäubung und Krämpfe. Glüchlicherweise schmeckt Oleander - wie die meisten Pflanzen mit herzwirksamen Glykosiden - sehr bitter und wird deshalb (hoffentlich) gemieden.

Feuerbohne (Phaseolus coccineus L.) und Gartenbohne

Ungekochte ! Bohnen sind giftig. Beim Kochen werden die giftigen Eiweiße zerstört, und ein bekommliches Gemüse wird gewonnen. Das gilt nicht nur für die Feuerbohne, sondern auch für Gartenbohnen. Feuerbohnen werden auch als Zierpflanze angebaut. Rohe Bohnensamen führen zu Brechdurchfall (beim Menschen), zu Fäulnisprozessen im Magen-Darm-Tarkt und schweren Verdauungsstörungen.

Lavendelheide (Amerikanische Lavendelheide, Pieris floribunda BENTH., außerdem Japanische Lavendelheide, Pieris japonica)

Die Vergiftung führt zu starkem Speicheln. Außerdem kommt es zu Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Darmkrämpfen. Hautsymptome wie Brennen und Juckreiz können ebenfalls auftreten. Juckreiz ist beim Hund gut zu bemerken. Die Symptome der Vergiftung zeigen sich oft erst einige Stunden nach der Aufnahme der Drogen. Leider halten sie nicht selten über mehrere Tage an.

Kirschlorbeer (Lorbeerkirsche, Prunus laurocerasus L.) 

Die Pflanze enthält in allen Teilen Blausäure. 

Küchenschelle (Pulsatilla pratensis und vulgaris MILL.)

Bei Kontakt mit der Haut kommt er zu lokalem Reizerscheungen, die bis zu Blasenbildung, Schwellung und brennenden Schmerzen gehen. Innerlich erzeugt die Küchenschelle ähnliches im Mund/Rachenraum, außerdem Erbrechen und Übelkeit. Blutiger Durchfall zeigt, wie schwer sich die Vergiftung am Magen-Darm-Trakt auswirkt. Krämpfe, Schwindelerscheinungen und blutiger Harn resultieren aus einer Nierenentzündung, die das Gift verursacht. Die Küchenschelle kann zum Tod führen; entweder in kurzer Zeit durch Kreislaufkollaps und Atemlähmung oder in wenigen Tagen aufgrund der Organschäden

Adonisröschen

Das Adonisröschen enthält - wie der Fingerhut - herzwirksame Glykoside. Glücklicherweise werden sie im Verdauungstrakt relativ wenig resorbiert. Vergiftungen erfolgten meist durch Überdosierung therapeutischer Extrakte. Trotzdem sollte ein junger Hund zu seinem eigenen Besten nicht die ganze Pflanze fressen.

Ranunculaceae

Viele Vertreter der Hahnenfußgewächse sind giftig. Das beginnt bei den eigentlichen Hahnenfußarten: Gifthahnenfuß,R.Acerleratus; Knolliger H.-R.bulbosus, Kriechener H. - R.repens, Scharfer H. - R.acer. Bei Weidetieren kamen auch Vergiftungen durch die Sumpfdotterblume vor. Bei Haustieren, die im Garten unbeaufsichtigt bleiben, wurden auch Vergiftungen mit Kuh- beziehungsweise Küchenschelle (Pulsatilla), Sturmhut (Aconitum) und Anemone vor.

Ranunculaceae enthalten das sogenannte Ranunkulin, das in Anemonin, Protoanemonin und Anemoninsäure aufgespalten wird. Diese - und die vor allem in den Wurzeln vorkommenden Saponine - sind für die Giftwirkung verantwortlich. Sie reizen den Magen-Darmtrakt stark. Kreislaufwirkungen wie ein zunächst schneller und dann verlangsamter Herzschlag und daraus resultierender Blutdruckabfall treten ebenfalls auf. Außerdem kommt es über die Wirkung auf das zentrale Nervensystem zu Lähmungen.

Bei Weidetieren kann es durch eine chronische Vergiftung mit geringeren Mengen zu einer Abnahme der Leistung kommen.

(Die Wirkung von Sturmhut, syn. Eisenhut wird durch andere Inhaltsstoffe verursacht).

Rhododendron- Arten

Diese beliebten Gartenpflanzen verursachen Brennen und Juckreiz der Haut und der Scheimhäute. Ein Hund kann Speicheln. Durchfall, Erbrechen, Krämpfe sind möglich. Blutdruckabfall bis Kollaps zeigt die Wirkung auf den kreislauf und das Herz. Atemlähmung und Herzstillstand können durch die Vergiftung mit den Arten Rh. ferrugineum Linnè und Rh. hirsutum Linnè auftreten.

Bei Rh. luteum Sweet und Rh. catawbiense Michx sind es eher Rauschähnliche Zustände und eine Atemlähmung.

Rhizinus

ist hochtoxisch und vor allem im Mittelmeergebiet eine beliebte Gartenpflanze. Durch seine Giftigkeit wird es auch therapeutisch seit langem nicht mehr verwendet. (Rhizinusöl gibt es nicht mehr.)

Robinien - Robina pseudoakazia

Die Robinie ist ein beliebte Baum in Parks und großen Gärten. Robinien bedeuten allerdings eher für Pferde eine Gefahr. Man sollte sein Pferd nicht an einer Robinie anbinden, denn wenn es sich langweilt, kann es zum Beispiel die Rinde anknabbern.

Nachtschattengewächse (Solanaceae, z.B. Solanum dulcamara, der bittersüße Nachtschatten, S. tuberosum, Kartoffel; S.lycopersicum, Tomate)

Sämtliche Nachtschattengewächse enthalten Alkaloide. Nachtschattengewächse sind übrigens auch die Kartoffel und die Tomate. Bei der Kartoffel sind die Alkaloide in der grünen Schale konzentriert und im Kraut, beziehungsweise in den Keimen, und sie werden durch Kochen zerstört. Die Symptome einer Kartoffelvergiftung beim Menschen sind ähnlich denen einer Grippe oder eines grippalen Infektes - und sie sollten nicht mit Antibiotika behandelt werden …

Der Abendländische Lebensbaum (Thuja occidentalis L.)

Die Thuja enthält ein ätherisches Öl, das Thujon. Es kommt vor allen in den grünen Blattschuppen vor.

Thujon führt zu schweren Reizerscheinungen im Magen-Darm-Trakt mit Krämpfen und Schäden der Magenschleimhaut. Bewußtlosigkeit ist möglich. Als Folge der Vergifung erleiden auch die Entgiftungsorgane des Körpers, also Leber und Nieren Schäden.

Auch äußerlich kann der Kontakt zu Hautreizungen führen - der Thuja sollte beim Zurückschneiden Respekt entgegengebracht werden. Ihre Äste eignen sich wirklich nicht als Spielzeug für junge Hunde.

Blauregen (Glyzinie, Wisteria sinensis SIMS): Je nach Menge der aufgenommenen Pflanzenteile sind Reizung und Entzündung des Magen-Darm-Traktes und heftiges Erbrechen möglich: Es besteht Kollapsgefahr.

Autor: THP Urike Eckert