Ernährung beeinflusst das Erbgut

Auswirkungen der Nahrung auf Erbgut und Stoffwechsel

Epigenetik heißt dieser Ansatz, den Einfluss der Umwelt auf ein Lebewesen zu verstehen. Denn jeder Hund und jedes Pferd wird, ebenso wie der Mensch, durch die Umwelt geprägt - und verändert sich in Anpassung an die Umwelt.

Und das bedeutet auch, dass das Futter den Organismus stärker beeinflusst, als nur über die Lieferung notwendiger Nährstoffe …

Wer seinen Hund - das gilt ebenso für die Katze und das Pferd (und für den Menschen selbst) gesund ernährt, genießt länger ein gesundes Leben.

Das ist allgemein anerkannt. Inzwischen besteht auch etwas mehr Klarheit, warum das so ist: man ist, was man isst! und man ist, was man lebt! Und das gilt für Hunde, Katzen, Pferde ebenso wie für ihre Menschen.

  • • Einerseits baut der Körper sich ständig um. Im Stoffwechsel werden "abgenutzte" Bestandteile erneuert. Es werden Nährstoffe angeliefert, die als Energielieferanten dienen. Nährstoffe dienen als Baustoffe, Vitamine und Spurenelemente dienen als Beschleuniger wichtiger biochemischer Reaktionen. Fehlen hier wichtige Stoffe, gerät der Organismus ins Trudeln. Deshalb gilt es körpereigene Speicher, die die ausreichende Versorgung sicherstellen sollen.
  • • Es ist für den Organimus extrem wichtig, sich anzupassen. So führt eine ständige kalorienreiche Ernährung dazu, dass andere Stoffwechselwege bevorzugt werden. Bei einer kalorienarmen Ernährung nun spart der Körper und nutzt die Nahrung besser aus. Depots werden angelegt, um die nächste Hungerzeit besser überstehen zu können. (leider auch dauerhaft, der JoJo-Effekt lässt grüßen)
  • • Auch Stress beeinflusst den Organismus und verändert den Stoffwechsel.

Nun wäre eine Folgerung, dass man einfach viel füttern sollte. Viele Mineralstoffe, viele Vitamine, kräftig Kalorien - der Hund, das Pferd, die werden schon das richtige für sich heraussuchen.

(Leider funktioniert das schon nicht bei Menschen (wie schon beim JoJo-Effekt). Leider kann Hund oder Pferd nicht wissen, dass von nun an vitaminierte Mineralfuttermischungen alles Nötige im Übermass liefern. Leider wissen sie nicht, dass täglich reichlich Kalorien kommen - sie fressen nur. Leider auch gerne zuviel.)

Bei einer Studie des Helmholtz-Institutes (beim Menschen) wurde nachgewiesen, dass die Ernährung das Erbgut verändert.

Man weiß z.B. schon lange, dass der Alters-Diabetes ("Zuckerkrankheit") mit der Ernährung zusammenhängt. Nun konnte nachgewiesen werden, dass kleine Eiweißstoffe sich an das Erbgut anlagern (und dort bleiben), auch an ein besonders wichtiges Gen für den Zuckerstoffwechsel. Diese kleinen Eiweißstoffe verändern die Häufigkeit, mit der die einzelnen Gene im Erbgut abgelesen werden. Die Anspassung an die Umwelt verändert das Erbgut.

Dass es auch ein Zuviel sein kann, dass die Krankheiten verursacht, sieht man besonders deutlich gerade bei Diabetes. Und bei EMS (Metabolisches Syndrom beim Pferd mit der gefürchtete Komplikation Hufrehe).

Und diese Veränderung im Erbgut kann auf die Nachkommen übertragen werden. Hunde werden so auf das Futter geprägt, dass ihre Mutter gefressen hat - ein lebenslanges Problem für manche Tierschutz-Auslandshunde, die auf z.B. Dönerbrot geprägt sind und in Stresszeiten gar nichts anderes fressen. Die Anpassung an die Umwelt wird weitergegeben.

Man weiß noch nicht viel über die Auswirkungen, die das auf einen Organismus haben kann - aber eine Folgerung ist ganz sicherlich, dass man nicht mit kranken Tieren züchten sollte. Eine weitere Folgerung ist, dann man so naturähnlich füttern sollte, wie es nur möglich ist. Sonst könnte der Stoffwechsel so verändert werden, dass es zu Krankheiten führen kann.

Quellen und Linktipps: AID, Allgemeiner Informationsdienst http://www.aid.de/presse/aktuell.php?mode=beitrag&id=6653 - Eine zusammenunfassung der Untersuchungsergebnisse des Helmhotz-Institutes

http://de.wikipedia.org/wiki/Epigenetik

http://www.planet-wissen.de/natur_technik/forschungszweige/epigenetik/ - eine gut verständliche Einführung in das Thema Epigentik (für den Menschen)

http://epigenome.eu/de/1,3,0

Author: THP U.Eckert