Magenentzündung und Magengeschwür - Gastritis und Ulcus beim Hund

Vorkommen und Bedeutung einer chronischen Magenentzündung

ein Kleiner Münsterländer springt über ein Hindernis: reine Lebensfreude
Lebensfreude

Magengeschwüre sind bei Hunden nicht selten - auch ohne dass die Besitzer etwas vom Leiden ihres Hundes bemerken. Bei dem großen Schlittenhunderennen „Iditarod“ in Alaska, bei dem die Auswirkung von Stress auf Hunde seit Jahren untersucht wird, hatten 9 Hunde von 16 nach dem Rennen Magengeschwüre in unterschiedlicher Schwere, obwohl sie nachweislich vor dem Rennen gesund und in Topform waren. (Die geringe Zahl der Hunde liegt an der Schwere des Rennens - nur die im Ziel angekommenen Hunde wurden untersucht.) Bei den zuhause gebliebenen Kontrolltieren trat kein Magengeschwür auf.

Zweifellos ist ein solches Rennen eine Extremsituation, aber auch Prüfungen im VPG-Sport, Windhunderennen, die Hegewaldprüfung und Rassehundeschauen bedeuten Stress für einen Hund - und können Magenetzündungen verursachen. Auch das Training für solche Prüfungen kann Hunde stressen. Ebenfalls ein Aufenthalt im Tierheim oder in einer Hundepension.

Auch bei Welpen und jungen Hunden kommen Magengeschwüre häufig vor, vielleicht, weil sie so viel lernen müssen. Die Symptome von Magengeschwüren bei Hunden sind - auch abhängig vom Schweregrad - unterschiedlich. Sowohl ein jahrelang unbemerkter Verlauf ist möglich als auch akute Lebensgefahr. Im schlimmsten Fall kann innerliches Verbluten oder eine Bauchfellentzündung durch ein perforierendes Ulkus zum Tod führen.

Ursache von Magenentzündungen

Verursacher von Magenentzündungen und Magengeschwüren ist die Magensäure (Salzsäure, HCl). Wenn mehr Säure produziert wird und der pH-Wert sehr niedrig wird, kann die Schutzschicht der Magenschleimhaut durchbrochen werden - dann wird die Magenwand angegriffen.

Gerade bei Hunden ist ein sehr tiefer pH- Wert normal - schließlich hat sich der Hund von einem Aasfresser entwickelt (Coppinger, Hunde, Animallearn-Verlag). Viele Hunde schlucken alles, das sie gerade finden, erst mal herunter. Es macht den Eindruck, als würden sie ihren Magen entscheiden lassen, ob es verträglich ist. Futterreste verstecken und Knochen für schlechtere Zeiten verbuddeln ist für Hunde typisch - und meistens überleben sie das ohne Schaden. Ein sehr tiefer pH-Wert und eine sehr aggressive Zusammensetzung der Magensäfte töten die Bakterien in faulendem Fleisch schnell ab. Das soll jedoch keineswegs heißen, dass Hunde ungestraft alles fressen können und sollen, was sie finden. Gewiss nicht. Aber obwohl verdorbenes Fleisch eine ideale Nährlösung für anaerobe Bakterien wie Clostridien darstellt, sind Hunde, die an Tetanus oder Botulismus erkranken, eine absolute Ausnahme.

Die Aggressivität der Magensäfte bei Hunden erhöht aber gleichzeitig die Gefahr für Magengeschwüre.

Auslöser einer Magenentzündung

Ebenso vielfältig können die Auslöser einer Magenentzündung sein.

  • - Stress
  • - Schneefressen - bei magenempfindlichen Hunden
  • - Futterunverträglichkeiten und Futtermittelallergien
  • - Bakterien
  • - verdorbenes Futter, z.B. im Sommer 
  • - und vieles weitere …
Symptome einer Magenentzündung

Die Symptome von Magengeschwüren sind bei Hunden so unspezifisch und oft auch so unauffällig wie bei Pferden (siehe auch Magengeschwüre bei Pferden).

  • - Unbehagen nach dem Fressen
  • - wechselnder Appetit - heute alles, morgen nur ein Häppchen oder nichts
  • - viel und häufig trinken (das senkt den pH-Wert, also die Konzentration der Säure im Magen)
    häufiges (!) Grasfressen oder Fressen unverdaulicher Dinge
  • - häufiges Erbrechen (Achtung: das Erbrechen von unverdaulichen Teilen des Futters ist physiologisch. So werden z.B. Knochenteile entsorgt (meistens morgens, im Rahmen der so genannten "Reinigungskontraktionen")
  • - Bluterbrechen, sei es frisch oder schon angedaut, und "Teerstuhl" sprechen für tiefere Läsionen
  • - Druckschmerzhaftigkeit der Shu- und Mu-Punkte (Akupunktur) und der Magengegend allgemein
  • - Abmagerung - durch mangelnde Futteraufnahme. Das ist ein eher schleichender Prozess
    auffälliger Foetor ex ore - stinkender Geruch aus dem Maul (ohne daß faule Zähne die Ursache dafür sind)

Schmerzmittel können - ebenso wie bei Pferden und Menschen - auch bei Hunden Magengeschwüre und Dünndarmgeschwüre verursachen. Das macht einen nebenwirkungsarme Schmerztherapie, wie es Akupunktur oder Homöopathie ist, ganz besonders bei älteren Tieren so interessant.

Aber auch eine akute oder chronische Gastritis kann durch Akupunktur erfolgreich behandelt werden. Eine ganzheitliche Therapie kann auch dazu beitragen, dass ein Hund besser mit Stress umgehen kann - oder dass er gelassener wird. Dazu bieten sich besonder Akupunktur oder die Homöopathie an.

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